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Wer war Don Bosco?

 

 

von Pfarrer Werner Wolff

Wer war dieser Johannes Bosco, den alle Welt nur Don Bosco nannte, dem sein frühester Lehrer in Anspielung auf seinen Namen Bosco (= der Wald) den Spitznamen "Esel von Becchi" gab?
"Wer war Don Bosco?", - so berichtet mein verehrter Lehrer Prof. Dr. Georg Söll+, in einer lesenswerten Kleinschrift-, das habe Elisabeth Langgässer in dem Büchlein "Helden ohne Waffen" gefragt. Und es sei unmöglich, sofort darauf eine Antwort zu geben. Er war Kuhhirte und Winzer, Trapezkünstler, Lehrer und Tausendsassa, Pionier und Pfadfinder, Kaufmann und Priester, Sozialarbeiter und Jugendfreund, Gründer unzähliger Jugendheime in der alten und anderen Welt, Kamerad und Vater von kleinen Dieben, von Räubern und Waisenkindern, Anführer ihrer stürmischen Spiele und Tröster ihrer Leiden, Büßer und Beter für seine Kinder, wie er die Jungenschar nannte, die keiner mehr zählen kann, ein Baumeister, Spekulant und Träumer - ja doch vor allem ein Träumer von wunderlicher Art. Er war ganz einfach, So einfach, wie ein wildes Gebirgswasser einfach ist, das gleichzeitig Steine mit sich reißt und Blumen und Tiere tränkt. Er war ein einfacher Mensch unserer Tage, ein Apostel der Neuzeit, ein Jugenderzieher von ungewöhnlichen Graden, dessen Lehre immer nur Güte hieß. Er war ein Heros der Liebe und als solcher wurde er - der Aprilsnarr der Welt verwandelnden Liebe - am 1. April des Jahres 1934 von Papst Pius XI. heilig gesprochen, was allen Leuten bereits bekannt war, die sich mit ihm beschäftigt hatten.

Ja, passen denn Heilige noch in unsere Zeit? Lächelnd mag sich mancher Zeitgenosse noch an Anekdoten aus dem Leben so manches Heiligen erinnern. Der moderne, aufgeklärte Mensch lässt sich aber von solchen Geschichten nicht mehr beeinflussen. Was bringt´s auch? Ist es nicht Zeitverschwendung, wo wir doch ohnehin so wenig Zeit haben, sie nicht einmal mehr für uns selbst aufbringen. Dabei täten gerade Heilige unserer so heillosen Zeit gut! Ist es nicht gerade das, was unser Heiliger Vater Johannes Paul II. uns durch die Vielzahl der Heiligsprechungen während seines Pontifikats sagen will?

Don Bosco - um zu ihm zurück zu kehren -, ist solch ein leuchtendes Vorbild auch für unsere Zeit. Er begann sein Leben als Sohn bitterarmer piemontesischer Häusler, doch erfuhr er früh in seinen "Träumen", welchen Weg er einzuschlagen habe. Er kämpfte sich als Spätberufener, der in allem der Führung durch "Maria, die Helferin der Christen" unbedingt vertraute, durch die Anfangsgründe des Latein, war selbstverständlich neben seinem Studium in vielerlei Handwerken tätig und verdiente sich so das Studium als "Werkstudent". Als Priester schließlich aus ganzem Herzen der Jugend zugetan, die damals, wohl auch wie heute in manchen Städten und Landschaften arbeitslos herumlungern musste, schuf er Oratorien, das heißt Heime, in denen er sie zu Gebet und Arbeit vorbildlich anleitete, schöpfend aus den vielfältigen Erfahrungen seiner eigenen Jugend.

Wie konnte ein so viel beschäftigter Mann wie Don Bosco überhaupt Zeit finden, neben den zahllosen Anforderungen der Führung seiner Heime und Jugendlichen auch noch eine Kongregation zu gründen, die die Aufgabe bekam, ihm zur Seite zu stehen und seine Arbeit eines Tages zu übernehmen! Dabei waren ihm sein Talent und seine Begabung, für jeden das rechte Wort zu finden, eine große Hilfe. Zahlreich sind seine Schriften zur Hebung der religiösen Bildung der ihm anvertrauten Jugendlichen, aber auch darüber hinaus für alle Menschen, die ihm zuhören wollten. Nicht umsonst hat ihn Papst Pius XII. zum Patron aller katholischen Verlegerverbände erklärt und damit die Aufmerksamkeit der Welt auf jenes Wirkungsfeld des Waisenvaters aus Turin gelenkt, in der sich die Versicherung, die er einmal dem jungen Kaplan Achille Ratti aus Mailand, dem späteren Papst Pius XI. gab: "Don Bosco will immer in der Avantgarde des Fortschritts sein", besonders erfüllte: das Apostolat der Presse. Religiöse Belehrung und vor allem Glaubensverteidigung waren ihm ein brennendes Anliegen in jenen laizistisch-liberal- freimaurerischen Zeiten des aufkommenden Risorgimento Italiens.

Und immer waren vor allem Jugendliche die Zielgruppe seiner schriftstellerischen und verlegerischen Bemühungen. Sein Büchlein "Il giovane provveduto" "Der wohlversorgte Junge", das seit 1847 mit 122 Auflagen und 6100000 Exemplaren ein Welterfolg und das religiöse Lieblingsbuch seiner Buben wurde, legt beredt Zeugnis ab, für sein väterliches Bemühen, seinen Zöglingen Wegweisung und Halt im Leben zu geben. Der Gesamtkatalog seiner Schriften umfasst 135 Nummern. Während sich auf der ganzen Apenninen-Halbinsel eine Abneigung gegen das Papsttum breit zu machen begann, schrieb Don Bosco Broschüre um Broschüre zur Ehrenrettung des Felsens Petri.

"Meine Söhne, betrachtet als Feinde der Religion jene, die in Wort und Schrift die Autorität des Papstes angreifen und den Gehorsam und schuldigen Respekt vor seinen Lehren und Anordnungen zu sabotieren suchen."(Memorie biographiche V,573) schreibt er seinen Salesianern ins Stammbuch! Er empfahl zu predigen, dass man kein Anhänger Christi sein könne, ohne es gleichzeitig dem Papst gegenüber zu sein, indem man eben erklärt, dass der Papst der Stellvertreter Christi sei.
Wenn der Papst heute die intensive Nutzung des Internets im Dienste der Neuevangelisierung empfiehlt, so hätte er bei Don Bosco sicher bereits weit geöffnete Türen eingerannt. Es ist immer wieder staunenswert, wie Don Bosco die Zeichen seiner Zeit zu lesen und zu deuten verstand und wie er die modernsten Mittel seiner Zeit in Dienst stellte, um dem Glauben, der Kirche, schließlich dadurch allein Gott zu dienen. "Sobald ich weiß, dass der Teufel aufhört, den Seelen nachzustellen, will auch ich aufhören, neue Mittel zu suchen, um sie (meine Jungen) vor seinen Täuschungen und Nachstellungen zu bewahren."(VI, 603).

Quelle: www.kath.net

 

 

 

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